Harnsteinbildung bei Nagern

Erkennung
Wenn Kaninchen oder Meerschweinchen Harnwegsprobleme haben, ist dies sehr schwer zu erkennen. Meist erkennt man dies erst sehr spät, wenn bereits Harnsteine vorhanden sind. Die ersten Anzeichen sind: Schmerzen beim urinieren, Inappetenz, schlechter Allgemeinzustand oder Durchfall.
Urin von Kaninchen und Meerschweinchen ist sehr trüb, fast sandig. Dies ist ganz normal. Wenn ein Herbivor orange-roter Urin hat, kann es gut sein, dass es von Futterpigmenten kommt.

Entstehung
Harnsteine entstehen beim Kaninchen und Meerschweinchen durch zu wenig Bewegung oder Fehlfütterung. Herbivoren brauchen genügend Auslauf, wenn möglich ins Freie. Zu wenig Bewegung führt zu Übergewicht und somit bilden sich schneller Harnsteine. Fettsucht ist somit das grösste Risiko für Harnsteinbildung.

Vorbeugung
Da Meerschweinchen im Gegensatz zu Kaninchen kein Vitamin C selber bilden können, müssen sie dieses durch das Futter aufnehmen. Es ist also hilfreich, wenn man Vitamin C reiches Futter zur Verfügung stellt.
Man kann die Tiere auch mit viel Saftfutter unterstützen, wie zum Beispiel Gurken.
Das Mineral, das bei Kaninchen und Meerschweinchen in erster Linie für die Steinbildung verantwortlich ist, ist Calcium. Seltener werden Steine aus Magnesium und Phosphat beobachtet.
Zur Vorbeugung von Harngries oder Harnsteine empfiehlt man daher calciumreiche Gemüse, Früchte oder Gräser meiden. In der Regel gilt, je dunkelgrüner desto calciumreicher.
Täglich frisches Wasser anbieten und viel Bewegung.
Wenn möglich auf Calciumbomben verzichten, wie zum Beispiel Salzsteine.

Behandlung
Wenn ein Nager "nur" eine Blasenentzündung hat, kann man ihn mit Infusionen und einem Schmerzmittel (evtl. Antibiotika) behandeln.
Wenn jedoch Harngriess oder Harnsteine vorhanden sind, ist es wichtig, dass die Blase gespült oder der Harnstein entfernt wird. Natürlich wird auch hier ein Schmerzmittel benötigt.