Kastration, Impfungen, Parasiten und Co.

Wissenswertes rund um Haus- und Wildtiere

Wirksamkeit und Sinn von Impfungen

Impfungen stellen ein wirksames Mittel dar, unsere Haustiere vor einer Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten zu schützen. Bei einer Impfung wird dem Körper ein Krankheitserreger in abgetöteter, stark abgeschwächter oder zerstückelter Form verabreicht. Ziel ist es, das körpereigene Immunsystem anzuregen, spezifische Antikörper gegen diese Keime zu bilden und so eine lang anhaltende Immunität zu erzielen. Wird das Tier zu einem späteren Zeitpunkt mit dem echten Krankheitserreger konfrontiert, kann sich das Immunsystem viel schneller und effektiver dagegen zur Wehr setzen.

Sinn und Notwendigkeit
Diskussionen über Sinn, Notwendigkeit und Nebenwirkungen von Impfungen werden immer wieder geführt. Dies hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren genauere Untersuchungen über die Dauer der tatsächlichen Schutzwirkung von Impfungen gemacht und Impfempfehlungen erlassen wurden.  Diese  Empfehlungen unterscheiden sogenannte ‚Core-Impfungen, die ein jedes Haustier erhalten soll, und sogenannte ‚Nicht-Core-Impfungen, welche nur bei erhöhtem Risiko geimpft werden sollen. Dies bedeutet, dass das genaue Risiko eines jeden Tieres erwogen und entsprechend geimpft werden sollte.

Neuere Studien ergaben gegen einige virale Krankheitserreger eine längere Immunitätsdauer als nur ein Jahr, weshalb wir heute ein variierendes Impfprogramm empfehlen, nach welchem nicht jedes Jahr alle Komponenten aufgefrischt werden, sondern nur diejenigen, die das Tier tatsächlich benötigt. Blutuntersuchungen auf Antikörper-Titer gegen die einzelnen Impfbestandteile unterstützen die individuelle Sicherheit für jedes Tier und helfen uns, jedem Patienten sein spezifisches Impfprogramm zu ermitteln.

Grundimmunisierung bei Hunden

Mütterliche Antikörper schützen ihre Welpen für die ersten acht bis zwölf Lebenswochen. Welpen mit wenigen mütterlichen Antikörpern können in einem frühen Alter anfällig sein auf Infektionen und sind bereits früh fähig auf eine Impfung mit der Bildung von Antikörpern zu reagieren. Andere Welpen mit sehr vielen mütterlichen Antikörpern sind bis zu einem Alter von gut zwölf Wochen unfähig auf eine Impfung zu reagieren. Vielmehr neutralisieren die mütterlichen Antikörper dieser Welpen das Impfvirus, als wäre es ein krankmachendes Virus.  Ein Ausbau der Grundimmunisierung unserer Welpen auf drei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen (8.-16. Lebenswoche), gefolgt von einer weiteren Impfung nach einem Jahr, sollte helfen, allen Welpen einen möglichst guten Schutz zu gewährleisten. Für Welpen mit einer hohen Anzahl mütterlicher Antikörper würde eine Impfung ab der 12. Lebenswoche genügen.

8.-9. LebenswocheStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten
12. LebenswocheStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose
16. LebenswocheStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose
6 MonateTollwut (nur für Grenzgänger)
16 MonateStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose

 

Wiederholungsimpfungen

Die meisten Imfpungen gegen abgeschwächte Viren ergeben einen länger andauernden Immunschutz. So die Impfungen gegen das Staupevirus, das Virus der Hepatitis contagiosa canis und der Parvovirose. Der Zwingerhustenkomplex kann durch mehrere Viren und Bakterien ausgelöst werden und bildet durch die Impfung eine schlechtere Immunität, sodass eine jährliche Auffrischung erforderlich ist. Ebenso kann bei der Leptospirose, einem Bakterium, keine gute Immunität aufgebaut werden. Es wird empfohlen diese Impfung jährlich, möglichst im Frühling zu machen, bei hohem Infektionsdruck sogar alle sechs Monate. Die Tollwut wird nur bei Reisen ins Ausland benötigt. Sie ist drei Wochen nach der Impfung für drei Jahre gültig. Wird vor Ablauf der Frist eine Auffrischungsimpfung gemacht, ergibt sich ein nahtloser Übergang. Das alternierende Impfschema stellt sich wie folgt dar:

2. JahrZwingerhusten, Leptospirose
3. JahrZwingerhusten, Leptospirose
4. JahrStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose
5. JahrZwingerhusten, Leptospirose
6. JahrZwingerhusten, Leptospirose
7. JahrStaupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose

Grundimmunisierung bei Katzen

Mütterliche Antikörper schützen ihre Welpen für die ersten acht bis zwölf Lebenswochen. Welpen mit wenigen mütterlichen Antikörpern können in einem frühen Alter anfällig sein auf Infektionen und sind bereits früh fähig auf eine Impfung mit der Bildung von Antikörpern zu reagieren. Andere Welpen mit sehr vielen mütterlichen Antikörpern sind bis zu einem Alter von gut zwölf Wochen unfähig auf eine Impfung zu reagieren. Vielmehr neutralisieren die mütterlichen Antikörper dieser Welpen das Impfvirus, als wäre es ein krankmachendes Virus. Ein Ausbau der Grundimmunisierung unserer Welpen auf drei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen (8.-16. Lebenswoche), gefolgt von einer weiteren Impfung nach einem Jahr, sollte helfen, allen Welpen einen möglichst guten Schutz zu gewährleisten. Für Welpen mit einer hohen Anzahl mütterlicher Antikörper würde eine Impfung ab der 12. Lebenswoche genügen.

8.-9. LebenswocheKatzenschnupfen, Katzenseuche, feline Leukose
12. LebenswocheKatzenschnupfen, Katzenseuche, feline Leukose
16. LebenswocheKatzenschnupfen, Katzenseuche
6 MonateTollwut (nur für Grenzgänger)
16 MonateKatzenschnupfen, Katzenseuche, feline Leukose

 

Wiederholungsimpfungen

Die Impfung gegen die Katzenseuche baut eine länger andauernde Immunität auf, weshalb die Katzenseuche nur alle drei Jahre geimpft werden muss. Der Schnupfenkomplex hingegen kann durch mehrere Viren und Bakterien ausgelöst werden. Die Standardimpfstoffe gegen den Schnupfen enthalten abgeschwächte Formen der häufigsten Schnupfenviren (Calicivirus, Herpesvirus). Die erreichte Immunität reicht in Katzenheimen, Mehrkatzenhaushalten und bei erhöhtem Infektionsdruck häufig nicht aus, die Katze länger als ein Jahr vor Infektionen zu schützen. In Problemhaushalten, in welchen als Schnupfenkomponenten Chlamydien oder Bordetellen nachgewiesen wurden, wird empfohlen diese bakteriellen Schnupfenkomponenten zusätzlich einmal jährlich zu impfen. Für Katzen, die ins Freie gehen, wird eine Impfung gegen die feline Leukose empfohlen. Der Impfschutz gegen diese fast immer tödlich endende Erkrankung ist sehr gut. Die Tollwutimpfung wird nur für Reisen ins Ausland benötigt. Sie ist drei Wochen nach der Impfung für drei Jahre gültig. Das alternierende Impfschema für Katzen stellt sich wie folgt dar:

2. JahrKatzenschnupfen, bei Freigängern feline Leukose
3. JahrKatzenschnupfen, bei Freigängern feline Leukose
4. JahrKatzenschnupfen, Katzenseuche, bei Freigängern feline Leukose
danachlängere Intervalle von 2-3 Jahren möglich

Nebenwirkungen

Als Zeichen eines aktiven Immunsystems sind viele Hunde und Katzen am Tag der Impfung etwas reduziert, empfindlich oder gar fressunlustig. Dieses Verhalten sollte sich spätestens am Tag nach der Impfung wieder normalisieren. Starke Abgeschlagenheit über mehrere Tage spricht jedoch für eine sehr starke Impfreaktion. Dies bedeutet leider nicht unbedingt, dass das Immunsystem besonders viele Antikörper bildet! Es sollte vielmehr abgeklärt werden, ob das Immunsystem ihres Haustieres überhaupt fähig ist, eine schützende Immunität aufzubauen. Leider beobachten wir in solchen Fällen häufig, dass sich das Immunsystem vorwiegend gegen den Impfstoff und die darin enthaltenen Adjuvantien wehrt. Der Körper kommt gar nicht erst dazu Antikörper gegen das Impfvirus zu produzieren, die ihn im Falle einer Infektion schützen könnten. Mittels einer Blutuntersuchung rund zwei Wochen nach erfolgter Impfung können wir die Anzahl der Antikörper messen und so die aufgebaute Immunität testen.

Knoten am Injektionsort sollten abgeklärt werden, wenn diese mehr als drei Monate bestehen bleiben, im Durchmesser mehr als 2cm gross sind oder einen Monat nach der Impfung immer noch an Grösse zunehmen. Eine starke Abgeschlagenheit über mehrere Tage nach erfolgter Impfung spricht für eine sehr starke Impfreaktion.